AG Berlin-Charlottenburg: Widerruf auch bei Abholung in Ladengeschäft (AG Berlin-Charlottenburg, U.v. 18.2.2016, Az. 211 C 213/15)

Mit Urteil vom 18. Februar 2016, Az. 211 C 213/15 hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg entschieden, dass bei einem Kauf über eBay (Bezahlung mit PayPal) auch dann ein Fernabsatzvertrag gemäß § 312c Abs. 1 BGB vorliegt, wenn die Ware vom Kunden (Verbraucher) anschließend im Ladengeschäft des Verkäufers (Unternehmer) abgeholt wird und anlässlich dessen noch weitere begutachtet werden kann. Auch in diesem Fall steht dem Käufer daher das Verbraucher-Widerrufsrecht nach ... zu:

Der Vertrag sei als Fernabsatzvertrag einzustufen, da er unter ausschließlicher Verwendung von Fernkommunikationsmitteln (hier: Internet, bzw. eBay) abgeschlossen worden sei:

„Ein Vertrag im Sinne des § 312c BGB liegt vor, wenn sowohl für den Vertragsantrag (§ 145 BGB) als auch für die Annahmeerklärung (§§ 146 ff. BGB) Fernkommunikationsmittel eingesetzt werden. Das ist hier der Fall. Für die Einordnung als Fernabsatzgeschäft ist es dagegen rechtlich unerheblich, wie die Zahlung des Kaufpreises oder die Übereignung der Ware erfolgt. Dass der Kläger die Uhr persönlich im Geschäft des Beklagten abgeholt hat, ändert die rechtliche Einordnung des per Fernkommunikationsmittel geschlossenen Kaufvertrages als Fernabsatzvertrag nichts.“